Appenheim in Rheinhessen  
   
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Vereinsleben in Appenheim

Die ersten Vereine in unserem Gebiet wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. An der Spitze der Vereinsgründungen standen die Gesang- und Turnvereine. Ob in dieser Zeit bereits ein Verein in Appenheim bestand, ist nicht überliefert.

Seit 1815 herrschte in Deutschland die Restauration und Reaktion. Man versuchte ständig, die alte Ordnung, wie sie vor der Französischen Revolution bestanden hatte, wieder herzustellen und unterdrückte jegliche Freiheitsbewegung.

 

Nach dem Wartburgfest, bei dem die Studenten aufbegehrten und einer Vielzahl politischer Morde, wurden die Karlsbader Beschlüsse gefasst, die praktisch Deutschland zu einem Polizeistaat machten. Der reaktionäre österreichische Kanzler Metternich bestimmte die Politik in Deutschland. Dabei kamen die Rheinhessen unter dem relativ großzügigen Großherzog noch gut weg. Die Rheinhessen verstanden es geschickt, ihre in der französischen Zeit erworbenen Rechte zu wahren.

 

Nach einer kurzen Welle von Vereinsgründungen nach der Revolution von 1848/1849 wurde das Vereinswesen stark zurückgedrängt. So ist es zu verstehen, dass erst mit Beginn der 1860er Jahre wieder verstärkt Vereine gegründet wurden. So entstanden als erste Vereine ein Gesangverein und ein Turnverein.

 

Die Naziherren versuchten 1933 im Rahmen der Gleichschaltung aller Vereine, diese ihrem Machtstreben und ihren Zielsetzungen unterzuordnen. So wurde u. a. auch der gesamte Vorstand des Gesangvereins des Amtes enthoben und durch ein dem Regime genehmen Vorstand ersetzt. Dass dies gerade in den kleinen Orten vielfach nicht reibungslos gelang, ist dem ausgesprochen ausgeprägten Demokratieverständnis der führenden Vereinsmitglieder zu verdanken. Auch haben gerade die Appenheimer Vereine aus ihrer eigenen Geschichte gelernt, wie politische Querelen das Klima vergiften. In den Vereinen war das demokratische Element schon immer sehr ausgeprägt. Die Vereinsvorsitzenden hießen nun Vereinsführer.

 

Die große demokratische Tradition hat man nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Franzosen nicht immer richtig erkannt und man verbot jegliches Vereinsleben. Doch die Vereine lebten wieder auf. Am 25. September 1945 erfasste der Landrat im Auftrag der Militärregierung alle früher bestandenen Sport- und Turnvereine. Es wurde die genaue Anschrift der Vereinsvorsitzenden erfragt und ob diese Parteigenossen waren und ob sie in sonstigen Formationen der NSDAP ein Amt innehatten und welches.

 

Ab 1946 wurden nach und nach die Vereine wieder zugelassen. Doch man traute den Deutschen nicht. Jede Versammlung eines Vereins musste beantragt und konnte erst nach Genehmigung der Militärregierung abgehalten werden. Am 20. Juni 1949 ließ sich die Militärregierung berichten, welche Vereine im Dorf bestehen und wer die Vorsitzenden sind. Es mussten sogar alle über den Krieg geretteten Vereinsfahnen abgeliefert werden, die größtenteils bis heute verschollen sind. Teilweise wurden sie von den Franzosen öffentlich verbrannt, obwohl sie keine nationalsozialistischen Symbole trugen. So sind hervorragende Kulturgüter nach dem Krieg von Offizieren ohne Sinn für Heimat und Kultur vernichtet worden. Das Überleben der Fahnen war oft den Fähnrichen der Vereine zu verdanken, die oft unter großer Gefahr die alten Fahnen versteckten.

 

Die Gemeinde Appenheim hat heute ein vielfältiges Vereinsleben. Neben mehreren kleineren Sportgruppen, dem Förderverein der Grundschule, dem Bauernverein, den Landfrauen u. a. Interessengruppen, gibt es vor allem die drei großen Sportvereine und ein Gesangverein.

 
     
 
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